30. November 2017

Vor der Wahl: Was ist los in Katalonien?

Andrej Hunko (MdB DIE LINKE) war in Barcelona und berichtet.

Freitag, 15.12.2017 18:30, Landesgeschäftsstelle DIE LINKE NRW, Alt-Pempelfort 15, 40211 Düsseldorf

Demokratie- oder Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien?

Mit großer Wucht sind die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens plötzlich auch für eine breite Öffentlichkeit sichtbar geworden, als die katalanische Bevölkerung gegen massive Gewalt und Repression von der spanischen Regierung am 1. Oktober ein Referendum über die Unabhängigkeit durchführte und sich mehr als 90 % der Bevölkerung für diese aussprach. Daraufhin erklärte das katalanische Parlament am 27. Oktober die Unabhängigkeit. Die Antwort Spaniens, das seit Jahren jeden Dialog mit Katalonien verweigert, waren die Aussetzung der Autonomie, die Zwangsverwaltung aus Madrid, die Absetzung der Regierung und die Verhaftung von acht Minister/innen. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont hält sich seitdem mit seiner Exilregierung in Brüssel auf.

Handelt es sich um eine nationalistische ausgrenzende Bewegung, wie es in den deutschen Medien gern dargestellt wird? Oder haben wir es mit einer breiten Demokratiebewegung zu tun?

Klar ist, dass die Bewegung von Millionen Menschen getragen wird, die sich gegen korrupte Seilschaften in Spanien, gegen die autoritäre Politik und Austeritätsmaßnahmen wenden. Ein Bruch mit der nach dem Ende der Franco-Diktatur etablierten parlamentarischen Monarchie, dem sogenannten „78er Regime“, ist für Viele Motivation, sich an den Protesten zu beteiligen.

Andrej Hunko ist Bundestagsabgeordneter für DIE LINKE und war sowohl beim Referendum am 1. Oktober als auch während der Unabhängigkeitserklärung durch das Parlament vor Ort.

Sie werden über die Hintergründe, die aktuelle Situation und Szenarien für die Zukunft berichten und diskutieren.