20. April 2017

Demirel: Kinderarmut in NRW sofort wirksam bekämpfen

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) stellt in seinem Kinderarmutsbericht einen Anstieg der Zahl armer Kinder im Jahr 2015 im Regierungsbezirk Düsseldorf um rund 2000 auf etwa 205.000 Kinder innerhalb eines Jahres fest.

Diese Zahlen kommentiert Özlem Alev Demirel, Spitzenkandidatin der LINKEN. NRW zur Landtagswahl und Direktkandidatin im Wahlbezirk 41 Düsseldorf II:

„In NRW lebt jedes vierte von Armut bedrohte Kind Deutschlands. Das ist ein enormes Versagen der Landesregierung und Hannelore Krafts. Ich finde es besonders empörend, dass das relativ reiche Düsseldorf bei der Kinderarmut in NRW an der Spitze liegt.

Kinderarmut ist eine Folge der steigenden Armut in NRW. Während 124 der reichsten 500 Deutschen in NRW wohnen und ein Gesamtvermögen besitzen welches dreimal so hoch ist wie der Landeshaushalt, sind über 654.000 Kinder in NRW von Armut bedroht. Damit muss Schluss sein! Untere und mittlere Einkommen müssen entlastet und Superreiche stärker belastet werden.

Armen Kindern müssen wir schnell einen fairen Start ins Leben ermöglichen, ohne ein soziales Stigma. Sonst werden aus armen Kindern arme Erwachsene. NRW muss endlich mehr in Bildung investieren und vollständige Gebührenfreiheit von der Kita bis zur Hochschule ermöglichen. Bildungsgerechtigkeit und eine sozialere Politik sind notwendig! Dazu gehört, dass für Kinder die Bahn zur Schule, das Mittagsessen in der Schule, die Betreuung, Bildung und Kulturangebote kostenfrei und diskriminierungsfrei werden müssen. 

Um Kinderarmut nachhaltig zu bekämpfen, müssen wir aber bei den Eltern ansetzen. Besonders alleinerziehende Frauen sind von Niedriglöhnen, prekären Jobs und fehlenden kostenfreien Kitaplätze betroffen. Leiharbeit und sachgrundlose Befristung gehören verboten; Kindergeld darf nicht länger auf Leistungsbezüge angerechnet werden. Das Land muss mit gutem Beispiel vorangehen. DIE LINKE fordert darum ein Landesmindestlohngesetz, das bei Aufträgen bei denen öffentliche Gelder fließen, einen armutsfesten Mindestlohn von 12 Euro garantiert. NRW braucht auch dringend mehr Investitionen in gut entlohnte Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor." 

Demirel abschließend: „Am Montag, den 24. April, ab 18 Uhr, diskutiere ich über die Pläne der LINKEN. NRW mit den Düsseldorferinnen und Düsseldorfern in der Gaststätte "Fuchsjagd" in der Gumbertstraße 181 in Düsseldorf-Eller. Mit den Menschen vor Ort möchte ich über die Probleme und mögliche Lösungen sprechen."